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Kurzfassung:

Die verstaatlichte Industrie: "Die unendliche Geschichte"

Martin Bartenstein
Jahrbuch 1993
Thema: 09. Wirtschaft

Das Jahr 1993 brachte das Ende der unendlich erscheinenden Geschichte der verstaatlichten Industrie. Nach erfolglosen Versuchen, einen internationalen Mischkonzern im staatlichen Eigentum zu etablieren, war die SPÖ unter dem Druck eines drohenden ÖIAG-Verlustes 1993 von zehn bis zwölf Milliarden Schilling und einem Gesamtfinanzbedarf für die Gruppe von zumindest 20 Milliarden Schilling bereit, Verhandlungen über eine Privatisierung aufzunehmen. Die Bilanz des vergangenen Jahrzehnts ist traurig: Zwischen 1980 und 1992 wurden trotz Subventionen in der Höhe von 60 Milliarden Schilling (mit Finanzierungskosten 110 Milliarden Schilling) über 55.000 Industriearbeitsplätze in der verstaatlichten Industrie abgebaut. Im November 1993 einigte sich die große Koalition auf eine weitgehende Privatisierung der ÖIAG. Die Austrian Industries wurden aufgelöst, zwei eigenständige Branchen-AGs, nämlich Technologie und Stahl gegründet und neben ÖMV, Böhler-Uddeholm und AMAG auch als selbständige Unternehmensgruppen im Konzern positioniert. Die ÖIAG stellt nunmehr eine reine Beteiligungsverwaltung ohne Durchgriffsrecht dar. Für einzelne Unternehmen wie ÖMV und VA Technologie sind Privatisierungen schon für 1994 fixiert. Ein Privatisierungskonzept für die gesamte ÖIAG-Gruppe ist gesetzlich normiert Weitere Finanzmittel werden nur mehr gegen Privatisierungsschritte freigegeben und müssen aus Verkaufserlösen refundiert werden.;


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