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Kurzfassung:

Die „Abschaffung“ der Studienbeiträge Meteoritenschauer statt Sternstunde

Elmar Pichl
Jahrbuch 2008
Themen: 09. Wirtschaft | 16. Wissenschaft und Forschung

Für eine beachtliche Mehrheit in der breiten Bevölkerung damals wie heute akzeptiert, wurden die Studienbeiträge rund acht Jahre nach ihrer Einführung in Österreich mitten im Nationalratswahlkampf am 24.9.2008 von einer durch SPÖ, FPÖ und Grünen getragenen Parlamentsmehrheit wieder abgeschafft bzw. besser gesagt: fast abgeschafft. Als massiv administrativ und budgetär herausfordernd wurde eine Regelung mit einer Ausdehnung der Ausnahmetatbestände und einer hochbürokratischen Administration geschaffen. In den letzten Jahren trugen die Studienbeiträge mit 150 Millionen Euro jährlich oder einem durchschnittlichen Prozentsatz von ca. sechs bis sieben Prozent nicht nur zur Universitätsfinanzierung bei. Die Studienbeiträge haben sich auch bewährt: Sowohl die Zahl der Erstzugelassenen als auch die Anzahl der Absolventen ist seit der Einführung der Studienbeiträge um rund 40 % gestiegen. Und aufgrund eines sozial gerechten Studienbeihilfensystems inkl. Studienzuschuss als Stu-dienbeitragsrefundierung wurde niemand vom Studium abgehalten. Die Streichung der Studienbeiträge erspart vor allem eher wohlhabenden Schichten Kosten, ohne die Chancen bildungsferner Schichten zu erhöhen. Der Bund und damit der allgemeine Steuerzahler müssen in Hinkunft diese halbe Milliarde an Steuergeldern mehr ausgeben als bisher, ohne dass die Universitä-ten daraus einen Euro mehr hätten.;


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