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Kurzfassung:

Die internationale Finanzkrise – Anmerkungen über Ursachen, Wirkungen, Optionen

Karl Aiginger
Jahrbuch 2008
Thema: 09. Wirtschaft

Die Krise des Finanzmarktes hat die Weltwirtschaft mit einer ungeahnten Synchronisierung in allen Ländern erfasst. Die Wirtschaftspolitik hat aus der Weltwirtschaftskrise gelernt und regiert mit Geldspritzen, hohen Ausgaben, Steuersenkungen und Garantien, wenn auch nicht schnell und entschlossen genug. Die Feuerwehrmassnahmen werden – wenn die Weltwirtschaft sich wieder erholt hat – ihre Spuren hinterlassen, die Geldmenge wird extrem hoch sein, Finanzmittel des Staates niedrig, eine Finanztransaktionssteuer könnte die Defizite reduzieren, ohne Konsum und Investitionen abzuwürgen. Wichtig wäre schon in der Krise, jene Weichenstellungen zu setzen, die für nachher wichtig sind: Bildung, Forschung, Gesundheit, Ausstieg aus Kohlenstoff, solargetankte Elektroautos, an Stelle von Tunnelbauten und Verschrottungsprämie. Die Beseitung der grundlegenden Probleme, die zur Krise geführt haben – weltweiter Geldüberschuss, Ungleichgewichte USA/China, überzogene Renditenerwartungen, Versagen der Regulierung angesichts von Finanzinnovationen und Multinationalität, historisch unbegründetes, überzogenes Vertrauen in die Selbststabilisierungskräfte der Finanzmärkte – muss begonnen werden. Einiges spricht dafür, dass die Reformen eher dem europäischen sozio-ökonomischen Modell entsprechen werden – vielleicht durchgesetzt mit Unterstützung der neuen US-Administration.;


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