Archiv

 

Kurzfassung:

Übergangsbilanz: Benchmarking Österreich 2006

Karl Aiginger
Jahrbuch 2006
Thema: 01. Österreichisches Politisches System

Die Periode 2000 bis 2006 war in Europa durch niedriges Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit und steigende Budgetdefi zite gekennzeichnet. Die Beurteilung des Einflusses der Wirtschaftspolitik in Österreich wird noch erschwert dadurch, dass die westlichen Handelspartner besonders schwach abschnitten, die östlichen dagegen besonders gut. Das Wachstum fiel genau durchschnittlich aus, höher als im Euroraum in Deutschland, Italien und der Schweiz, niedriger als in den skandinavischen Ländern und den Erweiterungsländern. Dabei gab es 2001/02 eine Kerbe Ó bedingt durch die Budgetsanierung („Nulldefi zit“), seit drei bis vier Jahren wieder einen Hauch von Überholspur. Die Beschäftigung und die Arbeitslosenquote konvergierten gegen den europäischen Schnitt, was im ersten Fall eine Verringerung und ein Nachholen bei Teilzeitverträgen bedeutete, bei der Arbeitslosenquote eine Erhöhung, nicht zuletzt durch den Zuzug von Arbeitskräften aus Deutschland und dem Osten. Die Wettbewerbsfähigkeit verbesserte sich bei den Kosten, in der Unternehmensbesteuerung und bei Forschung, verschlechterte sich im Bildungsbereich und fi el im Technologiebereich verhalten aus. Die Budgets vermieden die Problemzone, die Defi zite sind heute niedriger als im europäischen Schnitt. Der Zeitpunkt der stärksten Einsparungen fiel in die konjunkturelle Schwächeperiode, Wachstumsprogramme wurden spät eingesetzt und haben die Erholung 2006/07 verstärkt. Die Verschiebung der personellen und funktionellen Einkommensverteilung war schon in den neunziger Jahren eingetreten, ihr wurde wenig gegengesteuert.;


Beitrag downloaden





© Politische Akademie der ÖVP